Spinalkanalstenose

Der enge Wirbelkanal

Die Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule

Im Wirbelkanal – auch Spinalkanal genannt – verläuft das Rückenmark, von dem die Spinalnerven ausgehen. Bei einer angeborenen oder verschleißbedingten Einengung des Spinalkanals der Lendenwirbelsäule ist der von den Wirbelbögen umschlossene Raum oft deutlich reduziert. Spinalnerven und austretende Nervenfasern kommen unter Druck.

Symptome

Die Symptome sind vielfältig und abhängig von der Lokalisation und dem Ausmaß der Einengung. Dazu gehören Schmerzen, Missempfindungen, aber auch Lähmungen. Charakteristisch für die Spinalkanalstenose im Lendenwirbelbereich ist die durch die auftretenden Beschwerden eingeschränkte Gehstrecke. Es kommt beim Gehen zum Teil zu heftigen Beschwerden, die in das Gesäß und die Beine ausstrahlen und den Patienten zwingen, stehen zu bleiben. Oft sind nur noch wenige Schritte möglich. Durch Vorbeugen, Hinsetzen und Hinlegen bessern sich die Beschwerden wieder, da sich hierbei der Wirbelkanal etwas erweitert. So ist zum Beispiel die Fortbewegung mit dem Fahrrad häufig nicht gestört. Beim Zurückbeugen der Wirbelsäule kommt es eher zu einer zusätzlichen Einengung des Kanals, so dass die Schmerzen sich verstärken.

Ursache

Welche Ursachen letztendlich zu einer Verengung des Spinalkanals führen, ist sehr unterschiedlich. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen, wobei die verschleißbedingten (degenerativen) Veränderungen im Vordergrund stehen:

  1. Durch degenerative Veränderungen bilden sich Knochenzacken und Knochenanbauten an den Wirbeln. Diese Osteophyten können in Richtung des Spinalkanals ragen und ihn einengen.
  2. Degenerative Veränderungen durch Bänder der Wirbelsäule (z.B. hinteres Längsband, Gelbes Band) führen im Laufe des Lebens zu einer Verdickung dieser Bänder. Auch dadurch kann der Raum innerhalb des Spinalkanals eingeengt werden.
  3. Bei einer Wirbelgelenksarthrose können sich die Wirbelgelenke so stark vergrößern, dass sie bis in den Spinalkanal ragen.
  4. Auch eine Bandscheibenvorwölbung oder ein Bandscheibenvorfall reduziert den Durchmesser des Spinalkanals.

Häufig treten die genannten Veränderungen auch gemeinsam auf und führen so zu einer Wirbelkanaleinengung. Durch den vom engen Spinalkanal ausgehenden ständigen Druck kann es zu bleibenden Schädigungen der Nerven kommen.

Links: gesunde Wirbelsäule, Rechts: degenerative Veränderung
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